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Kunst im Dialog mit dem Stadtmuseum 2012
InHo Baik

Schon zum vierten Mal unterstützt der Verein der Freunde des Stadtmusuem das Projekt „Künstler Im Dialog mit dem Stadtmuseum“, für das in diesem Jahr der koreanische Künstler InHo Baik ausgewählt wurde. Baik hat in Korea und an der Kunstakademie Stuttgart studiert, zur Zeit lebt er in Österreich.
InHo Baiks bevorzugtes Material ist Reispapier, das in seiner Kunst die Brücke zu seinem Herkunftsland schlägt. Er präpariert es so, dass es leicht formbar ist und modelliert dann  damit Oberflächen von Gegenständen ab. Auf diese Weise entstehen filigrane unkörperliche Hüllen, die die äußere Form und Oberflächenstruktur der Gegenstände zeigen. Die weißen Kunstobjekte im Maßstab 1:1 scheinen sich der Schwerkraft zu entziehen, sie sind wunderschön anzuschauen und von einer erstaunlichen Unberührtheit. Sie reflektieren nochmals ganz neu den ursprünglichen Gegenstand, seine Form, seine Konsistenz und Funktion und stellen eine Verbindung zwischen dem Sichtbaren und unserer Vorstellung davon her.
Für die Ausstellung im Stadtmuseum suchte sich der Künstler einige Exponate der Dauerausstellung aus, die er abformte. Durch die Art der Abformung und die Hängung entstehen dabei spannende Wechselspiele zwischen Museumsexponat und Kunstobjekt, inhaltliche Gewichtungen und Interpretationen.
Neben den Abformungen stellt InHo Baik seit einigen Jahren auch Holzschnitte her. Entgegen den üblichen Charakteristika dieser Kunstform sind Baiks Arbeiten leicht und bewegt und scheinen den Augenblick einzufangen. Die abstrakten Arbeiten werden auf dünnem Japanpapier im Handabrieb gedruckt. Sie leben von einem Spiel zwischen Linie und Fläche.
Im Stadtmuseum werden diese Holzschnittarbeiten so in den Ausstellungsräumen gehängt, dass sie einen Dialog mit der Architektur und den Objekten des Museums eingehen.
Der Verein der Freunde des Stadtmuseums wird wieder die Druckkosten für den Katalog übernehmen, der zu der Ausstellung erscheint.

Ausstellungseröffnung ist am 19. Oktober um 19.00 im Stadtmuseum.

Wir freuen uns darauf, Sie dort begrüßen zu dürfen!

Kunst im Dialog mit dem Stadtmuseum 2010

Jürgen Klugmann: Befund 2666

Auch in diesem Jahr hat der Verein der Freunde des Stadtmuseums einen Beitrag zu den Druckkosten des Kataloges geleistet, der anlässlich der Ausstellung der Werke von Jürgen Klugmann erschienen ist.
Als zwischen 1985 und 1992 das Landesdenkmalamt vor der Sanierung und Renovierung des Kornhauses umfangreiche archäologische Untersuchungen anstellte, war Jürgen Klugmann eine Zeit lang an den Ausgrabungen beteiligt. Fasziniert von der Schönheit und dem Alter eines Eichenbalkens, der nach einer dendrochronologischen Untersuchung eigentlich entsorgt werden sollte, nahm er das verwitterte, verzogene, ausgemergelte Stück Holz mit nach Hause. Dass seine künstlerische Auseinandersetzung mit dem Stadtmuseum jetzt wieder dieses alte Stück Eichenholz, den archäologischen Befund 2666, aufnimmt, versteht sich fast von selbst.
Das Holz wird bei ihm zum Modell, zum Druckstock und zum Untersuchungsobjekt. Er wickelt es in Leinwand und reibt mit einem Graphitstift darüber, um die Oberflächenstruktur abzubilden. Er fertigt Abdrucke und Abformungen an, inszeniert diese wie wissenschaftliche Zeichnungen, verfremdet, ironisiert und übersetzt so die aufgedeckten Spuren der Vergangenheit in ein künstlerisches Projekt, das witzig und intelligent, verspielt und vor allem ungeheuer ästhetisch eine völlig neue Sichtweise auf den ursprünglichen Baubestand des Kornhauses erlaubt.

Am 2. Januar 2011 um 11.00 laden wir alle Mitglieder des Vereins der Freunde des Stadtmuseums herzlich zu einer Begegnung mit Jürgen Klugmann in seinem Atelier im Französischen Viertel, Bei den Pferdeställen 14, ein. Stoßen Sie mit uns auf ein erfolgreiches neues Stadtmuseumsjahr an und bringen Sie viele Gäste mit!

Der Jörg und der Martin, die Kätta und der wahre Jakob – Heilige in Tübingen

Eine Stadtführung für detailverliebte Liebhaber schöner Geschichten: Nach der Reformation verschwanden mit ihren zahlreichen Kapellen und Altären auch die Erinnerung an all die Heiligen, die die Menschen im Mittelalter auf Schritt und Tritt durchs Leben begleitet hatten. Einige haben jedoch die Zeiten überdauert und sind immer noch erstaunlich präsent. Zwischen Jörgenbrunnen und Urbangässle können sie die kennen lernen, die noch heute im Tübinger Stadtbild gegenwärtig sind.

Im Rahmen der Ausstellung „feste formen – tübinger feiern von advent bis ostern“ Stadtführung mit der Gästeführerin und Autorin Andrea Bachmann M.A. am Freitag, 11. März 2011 um 14.30 vor dem Stadtmuseum Tübingen, Kornhausstraße 10.

30. November 2010 19.00 Uhr

Wolfgang Urban
Barbarazweig und Christkindlenwiegen
Evangelisches und katholisches Brauchtum in der Advents- und Weihnachtszeit

1535 wird in Württemberg die Reformation eingeführt. Das Land ist ein territorialer Flickenteppich, durchsetzt von Gebieten, die entweder zu Vorderösterreich oder zu verschiedenen Bistümern gehören und von freien Reichsstädten. All diese Gebiete bleiben „altgläubig“ und jahrhundertelang lebten Katholiken und Protestanten fein säuberlich getrennt, aber Tür an Tür.

Die konfessionelle Nachbarschaft in der Region hatte zur Folge, dass sich im Laufe der Jahrhunderte zahlreiche Bräuche, Feste und Traditionen entwickelt entwickelt haben, mit denen man seine konfessionelle Identität besonders betonen wollte.

Der beste Kenner dieser Bräuche des neuen und des alten Glaubens ist sicherlich Wolfgang Urban: Der Diözesankonservator der Diözese Rottenburg-Stuttgart und Kustos des Diözesanmuseums weiß wie kaum ein anderer um all die grenznahen Gepflogenheiten, die sich im Lauf der Jahrhunderte zwischen Bischofs- und Universitätsstadt herauskristallisiert haben. Dazu ist der Lehrbeauftragte der Fakultäten für Geschichte und Philosophie der Universität Tübingen ein Meister der unterhaltenden Rede.

Der Verein der Freunde des Stadtmuseums freut sich deshalb sehr, Wolfgang Urban für einem Vortrag gewinnen zu können, den er im Rahmen der Ausstellung „feste formen – tübinger feiern von advent bis ostern“ halten wird.

19. Oktober 2010 19.00 Uhr

Prof. Dr. Martin Brecht:
Johann Valentin Andreae und der Ursprung der Rosenkreuzer

Wer das „Foucaultsche Pendel“ von Umberto Eco gelesen hat, weiß spätestens seitdem: Die Rosenkreuzer sind eine mystische Geheimgesellschaft, die im 17. Jahrhundert gegründet wird und die sich intensiv mit obskuren und geheimen Wissenschaften auseinander setzt, allen voran der Alchimie und der Kabbala.

Begründer dieses esoterischen Clubs soll Johann Valentin Andreae gewesen sein, schwäbischer Pfarrer und Dichter, der eine Zeitlang das Amt des Rektors der Tübinger Universität bekleidete. Mittlerweile gilt er völlig unbestritten als ein Vordenker von Pietismus und Aufklärung gilt, der sich intensiv mit Glaubens- und Gesellschaftsreformen auseinandersetzte. Seinen Roman „Die Chymische Hochzeit des Christian Rosencreutz“ hat Andreae 1610 geschrieben.

Der renommierte Kirchenhistoriker Martin Brecht hat 2008 eine umfassende Biographie über diese schillernde Theologenpersönlichkeit mit europäischer Strahlkraft verfasst. Sie wurde von der FAZ begeistert besprochen, wir haben sie gelesen und teilen diese Begeisterung.

Martin Brecht, der bis zu seiner Emeritierung 1997 Direktor des Seminars für mittlere und moderne Kirchengeschichte an der Evangelisch-Theologischen Fakultät der Universität Münster war, hat selbst in Tübingen studiert. Deshalb freut er sich besonders darauf, pünktlich zum Jubiläumsjahr der „Chymischen Hochzeit“ in seinem Vortrag über Johann Valentin Andreae und dem Ursprung der Rosenkreuzer in Tübingen berichten zu können.

5. Oktober 2010 18.00

Das „Maale“ ist wieder in Tübingen!

Der Tübinger Schmerzensmann ist nicht nur eines der ganz wenigen Sachzeugnisse aus dem öffentlichen Raum, die es aus vorreformatorischer Zeit aus Tübingen gibt, sondern hat auch jahrelang zum Stadtbild der Unterstadt dazugehört.

Deshalb war es mehr als wünschenswert, dass diese Plastik wieder nach Tübingen zurückkehrt und in die Städtischen Sammlungen aufgenommen wird.

Der Verein der Freunde des Stadtmuseums hat jetzt die erforderliche Kaufsumme und die Kosten für die Restaurierung, insgesamt 7000 € zusammengebracht! Den größten Anteil verdanken wir dem Schwäbischen Heimatbund, der aus der Peter-Helge-Fischer-Stiftung großzügige 3000 € beigesteuert hat. Außerdem haben uns die Volksbank, die Kreissparkasse und Heiner Schweikhardt mit größeren Beträgen geholfen.

Auf dem Tübinger Regionalmarkt im April haben wir das „Maale“ zentimeterweise unter die Leute gebracht: Für 50 € konnte man einen symbolischen Zentimeter der 1,25m großen Christusfigur erwerben. Es fanden sich soviele Tübinger Bürgerinnen und Bürger, denen ihr „Maale“ dieses Geld wert war, dass der Verein der Freunde des Stadtmuseums nur noch knapp 2000 € dazugeben musste, um dem Stadtmuseum die Anschaffung zu ermöglichen.

Das ist ein großartiges Beispiel für viel bürgerschaftliches Engagement und wir bedanken uns von ganzem Herzen bei Ihnen allen, die uns so großzügig unterstützt haben, und laden Sie ein, dabei zu sein, wenn wir dem Stadtmuseum das Geld überreichen:

Die wissenschaftliche Mitarbeiterin des Stadtmuseums, Dr. Evamarie Blattner, und Frieder Miller vom Schwäbischen Heimatbund werden über den Tübinger Schmerzensmann und seine wechselvolle Odyssee berichten. Anschließend wollen wir mit einem Glas Wein auf die Rückkehr des „Maale“ anstoßen.

2. Oktober 2010

Regionalmarkt in Tübingen

Kommen Sie uns auch in diesem Herbst am Vereinsstand vor dem Stadtmuseum auf dem Regionalmarkt besuchen und bringen Sie viele Freunde und bekannte mit. Das ist DIE Gelegenheit, sich über unsere Arbeit zu informieren, durch unsere „Tübinger Chronik“ zu blättern oder sie zum Selbstkostenpreis (+Spende!...) zu erwerben: ein richtig gutes Mitbringsel für alle Freunde des Stadtmuseums. Sie haben noch kein Patenjahr aus der Tübinger Stadtgeschichte? Wir beraten Sie gern. Sie sind immer noch kein Mitglied im Verein der Freunde des Stadtmuseums? Dann wird es Zeit: Die Kassen werden klammer, die Mittel knapper, die Personaldecken dünner und das Stadtmuseum hält sein uns allen so lieb gewordenes hohes Niveau nur noch auf Grund des wirklich fantastischen Engagements der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Sie nach Kräften zu unterstützen und das Stadtmuseum als Ort lebendiger Auseinandersetzung mit unserer Geschichte zu erhalten ist in nächster Zeit vorrangiges Ziel unserer Arbeit. Wir freuen uns auf Ihre Unterstützung!

Das "Gasthaus zum Löwen"

Die GWG, ein mehrheitlich kommunales Wohnungsunternehmen, hat den "Löwen" in der Kornhausstraße gekauft. Damit bleibt ein historisches Gebäude im Zentrum erhalten, bei dessen späterer Nutzung u.a. das Stadtmuseum berücksichtigt werden soll. Der Verein hat beschlossen, eine Projektgruppe zu gründen, die sich mit dem Löwen beschäftigt und zum Beispiel die Geschichte des Hauses aufarbeiten möchte. Was genau bei dieser Arbeit entstehen soll, wird die Gruppe entscheiden. Erste Ansprechpartnerin ist zunächst Elisabeth Tielsch. (etielsch@web.de)

Stadtgeschichte macht Schule

Die Zusammenarbeit mit den Schulen bei der Vermittlung von Stadtgeschichte ist dem Verein ein besonderes Anliegen. Hier engagiert sich ebenfalls eine Projektgruppe, die Ideen entwickelt, wie Stadtmuseum, Verein und Schulen optiml miteinander kooperieren können. Ansprechpartnerin dieser Projektgruppe ist Dora Rappsilber-Kurth. (dora.raku@t-online.de)
Info >>

In der Melanchthonausstellung wird ein besonders außergewöhnliches Exponat zu sehen sein. Es handelt sich um einen sogenannten Erbärmdechristus, der Ende des 15. Jahrhunderts angefertigt wurde. Bis in die 1950-er Jahre befand er sich im Umfeld der Jakobuskirche und stand dann lange Zeit in einer Mauernische in der Hohentwielgasse. Auf Umwegen gelangte er in den Besitz der Familie Geiselhart, die ihn dem Stadtmuseum zum Kauf angeboten hat. Die Skulptur ist eine der ganz wenigen Sachzeugnisse aus dem öffentlichen Raum, die es aus vorreformatorischer Zeit von Tübingen gibt. Deshalb wäre es mehr als wünschenswert, wenn diese wertvolle und wichtige Plastik wieder nach Tübingen zurückkehrt und in die Städtischen Sammlungen aufgenommen wird.

Ein Erbärmdechristus ist eine besondere Form der Christusdarstellung, die bereits im 12. Jh. in Byzanz aufkam und sich dann in ganz Europa verbreitete. Jesus Christus wird hier nicht überhöht, sondern naturalistisch dargestellt. Vor allem in der zweiten Hälfte des 15. Jh. entsprach die Darstellung des leidenden Jesus als Mitleid erregenden Menschen dem Glaubensverständnis des ausklingenden Mittelalters: Aus dem Himmelskönig wird der Gekreuzigte, dem Mensch gewordenen Gott kann sich jeder in seiner eigenen Unzulänglichkeit nähern und anvertrauen. Ein Erbärmdechristus spiegelt also die Veränderung von Frömmigkeitskonzepten und die Wandlung religiöser Kultur in einer Zeit, die für die Geschichte der Stadt Tübingen von entscheidender, bis heute nachklingender Bedeutung war, auf besonders augenfällige Weise wider. Wenn eine solche Christusdarstellung in dieser Zeit Platz im öffentlichen Raum der Stadt Tübingen gefunden hat, kann ihre Bedeutung als Zeitzeugnis für Tübingen kaum unterschätzt werden. Deshalb würde der Verein der Freunde des Stadtmuseums dem Stadtmuseum die Anschaffung dieser Skulptur sehr gerne ermöglichen.

Dazu suchen wir Sponsoren! Der Schwäbische Heimatbund hat uns bereits eine größere Summe versprochen: Herzlichen Dank!!! Wer mithelfen möchte, „s'Maale“, wie die Plastik in Tübingen liebevoll genannt wird, wieder in die Unterstadt zurückzuholen, bekommt für 50 € einen symbolischen Zentimeter der 1,25 großen Christusfigur. Wer gleichzeitig Mitglied im Verein der Freunde des Stadtmuseums wird, muss für den Zentimeter nur 25 € bezahlen.

Stammbuch von Johannes Friedrich Abel

Seit Mitte des 16. Jahrhunderts verbreitete sich in akademischen und adligen Kreisen die Sitte, Freundschaftsbücher zu führen. Diese Stammbücher sind heute eine kultur- und sozialgeschichtliche Quelle ersten Ranges. Die exakt datierten und lokalisierten, eigenhändig verfassten Einträge, die immer aus einem Spruch, einem Gruß und einem Bildchen bestehen, erlauben nicht nur Rückschlüsse auf den Lebenslauf einzelner Personen, sondern sie erzählen auch viel über den Bekannten- und Freundeskreis des Besitzers. Illustrationen und Widmungen informieren uns über das Umfeld der Einträger, ihre Lebensumstände, ihren Alltag, ihre Mentalität. Die wertvolle Ausstattung, schöne Illustrationen und Malereien und die sorgfältig ausgeführten Autographen machen ein Stammbuch zudem oft zu einem außergewöhnlichen bibliographischen Kunstwerk.
Vor allem Studenten führten solche Stammbücher, in denen sie ihr während ihres Studiums aufgebautes Netzwerk sozusagen dokumentierten. Deshalb verfügt Tübingen als Universitätsstadt über bedeutende Bestände an Stammbüchern, die im Rahmen der Ausstellung „...in ewiger Freundschaft“ im Stadtmuseum präsentiert wurden. Als dem Stadtmuseum in diesem Zusammenhang ein Stammbuch angeboten wurde, konnte der Verein der Freunde des Stadtmuseums Tübingen es erwerben und dem Stadtmuseum schenken, das dadurch seinen Bestand um ein wichtiges und schönes Objekt erweitern konnte.
Es handelt sich um das Album eines Johannes Friedrich Abel und wurde 1764 begonnen und ist zwei Jahre „gelaufen“. In dieser Zeit sammelte der Tübinger Theologiestudent 125 Einträge zusammen, die in lateinischer, deutscher und französischer Sprache abgefasst sind und alle von seinen Kommilitonen stammen. Einige sind mit sehr schönen, vermutlich von professionellen Stammbuchmalern gefertigten, Bildern versehen. Die Einträge sind alle in Tübingen und Stuttgart angefertigt, was es für die Städtischen Sammlungen zu einem besonders wichtigen Objekt macht.

24. April 2010

Auch in diesem Frühjahr betreut der Verein beim Regionalmarkt wieder einen Stand vor dem Korbhaus. Wir informieren über die Arbeit des Vereins, stellen unsere „Tübinger Chronik“ vor, in der jedes Mitglied sich ein Jahr Tübinger Stadtgeschichte aussuchen kann, für das es symbolisch eine Patenschaft übernimmt und präsentieren unser neues Projekt: Wir möchten das Stadtmuseum bei der Anschaffung des Erbärmdechristus helfen und suchen Sponsoren, die uns dabei unterstützen.
Natürlich gibt es auch wieder ein Unterstadt-Quiz für Kinder. Wer alle Fragen zu Tübingen zwischen Kornhaus und Jakobuskirche beantwortet, gewinnt eine Familienkarte ins Stadtmuseum.
Außerdem gibt es eine kleine Überraschung: „Tübingen – Der Stadtführer“ von unserer Vorstandsfrau Andrea Bachmann ist zum Regionalmarkt frisch aus der Druckerei am Stand erhältlich.

Kunst im Dialog mit dem Stadtmuseum

Die Auseinandersetzung mit der Geschichte der Stadt Tübingen muss nicht immer auf fachlich-wissenschaftlicher Ebene stattfinden. Ein neues Projekt im Stadtmuseum lädt einzelne Künstler ein, sich mit dem Museum, seinen Sammlungen, Schwerpunkten und Besonderheiten zu beschäftigen und die Ergebnisse in angemessener künstlerischer Form zu präsentieren.
Den Anfang machte der Wiener Künstler Herbert Stattler, der seit einigen Jahren in Tübingen lebt und arbeitet. Er erkundete mehrere Wochen lang das Depot des Stadtmuseums, zeichnete ausgewählte Regale und entdeckte eine faszinierende Ordnung der Dinge: Nicht die Ordnung selbst war das Zentrum seines Interesses, sondern die Dinge, die aus dieser Ordnung herausfallen, überstehen, nicht hineinpassen. Auf großen Papierbögen wurde diese Sicht auf die Dinge dreidimensional umgesetzt. Eine witzige, ironische, aber auch ausgesprochen schöne Auseinandersetzung mit dem zum Scheitern verurteilten Versuch des Menschen, die widerspenstigen Dinge zu ordnen.
Die Ausstellung selbst fand im Depot des Stadtmuseums, im Kontext ihrer Entstehung statt und eröffnete den staunenden Besuchern einen Blick in die Dingwelt hinter den Kulissen des Museumsbetriebes.
Als bleibende Dokumentation dieses ungewöhnlichen Kunstprojekts entstand ein ästhetisch ungemein ansprechender Katalog mit einem Textbeitrag der Kunsthistorikerin Christine Heidemann. Der Verein der Freunde des Stadtmuseums war mit 1000 € an der Finanzierung dieses Katalogs beteiligt.

25. April 2009

Regionalmarkt

Auch in diesem Frühjahr betreut der Verein beim Regionalmarkt wieder einen Stand vor dem Kornhaus. Wir informieren über die Arbeit des Vereins und bieten diverse Bücher, Kataloge und Papeterieartikel zum Verkauf an. Um 15.00 Uhr führt Dr. Hans-Otto Binder zum Thema „Tübingen als regionales Zentrum“ durch das Stadtmuseum. Außerdem gibt es wie immer ein Unterstadt-Quiz für Kinder. Wer alle Fragen zum Tübingen zwischen Kornhaus und Jakobuskirche beantwortet, gewinnt eine Familieneintrittskarte ins Stadtmuseum. Kommen Sie vorbei, wir freuen uns auf Sie!

18. März 2009, 19.00 Uhr

Jahreshauptversammlung

Auf der Jahreshauptversammlung informierten die Museumsleitung, die Leiter der Arbeitsgruppen „Löwen“ und „Schule und Stadtmuseum“ sowie der Kassier die Vereinsmitglieder über laufende und abgeschlossene Projekte. Der 1. Vorsitzende Dr. Hans-Otto Binder berichtete nicht nur über die Arbeit des Vereins, sondern hielt auch seine Abschiedsrede: Nach sechs Jahren im Vorsitz stand er nicht mehr zur Wiederwahl zur Verfügung. Wir bedanken uns bei ihm für seinen Einsatz und sein Engagement und wünschen ihm für alle zukünftigen Vorhaben viel Erfolg! An seiner Stelle wurde Ernst Gumrich zum neuen Vorsitzenden gewählt. Auch bei den Ausschussmitgliedern gab es personelle Veränderungen. → wer wir sind

Neues über das Filmschaffen Lotte Reinigers

Vortrag von Dora Rappsilber-Kurth
17. Februar 2009, 19.00
Stadtmuseum Tübingen

Bis in die Gegenwart hinein wurde das Werk von Lotte Reiniger hauptsächlich unter dem ästhetischen Aspekt wahrgenommen und mit seiner hintergründigen Komik als humorvoll gewürdigt.

Dora Rappsilber-Kurth hat einen Teilnachlass ausgewertet, den das Stadtmuseum vor kurzem erwerben konnte. Dabei ist sie weitere Erkenntnisse über Lotte Reinigers Arbeit gewonnen. Vor allem die Reformpädagogik der 20-er Jahre hat die Künstlerin nachhaltig beeinflusst. Ob Märchen oder Mozart: Das Ziel menschlicher Verhaltensweisen sollte versöhnliche Humanität sein. Dora Rappsilber–Kurth ist selber Pädagogin und hat sich intensiv mit Lotte Reiniger und ihrem Werk auseinander gesetzt. Mit ihren Fachkenntnissen und ihrer langjährige Erfahrung gelingt ihr ein interessanter Einblick in Reinigers geistige Wurzeln.

18.11.2008

Friedrich von Payer - Ankauf einer Lithographie für das Stadtmuseum

Der Verein der Freunde des Stadtmuseums konnte eine Lithographie von Emil Stumpp mit dem Porträt des 1847 in Tübingen geborenen Politikers Friedrich von Payer für die Städtischen Sammlungen erwerben. Friedrich von Payer war einer der wichtigsten Politiker des Kaiserreiches: Er war Fraktionsführer der Fortschrittlichen Volkspartei und wurde 1917 zum Vizekanzler gewählt. In dieser Funktion war er maßgeblich an den Waffenstillstandsverhandlungen beteiligt, die das Ende des 1. Weltkrieges bedeuteten. Das Angebot, nach dem Krieg Reichskanzler zu werden, lehnte von Payer ab. Er starb 1931 in Stuttgart. Mit der Lithographie besitzt das Stadtmuseum nun erstmals ein Originalobjekt dieses berühmten Sohnes der Stadt Tübingen.

Der Verein der Freunde des Stadtmuseums hat das Stadtmuseum beim Ankauf einiger historischer Münzen finanziell unterstützt. Es handelt sich um Gedenkmünzen, die anlässlich des Todes von Johann Georg III. von Sachsen in Tübingen geprägt und in Umlauf gebracht wurden. Johann Georg von Sachsen ist 1691 im Tübinger Collegium illustre verstorben...
Regionalmarkt 2008

Zum diesjährigen Frühjahrs-Regionalmarkt beteiligt sch der Verein mit einem Stadtspiel: Vor dem Stadtmuseum betreiben wir einen Stand, von dem aus Familien, Paare, Passanten... mit Fragebögen und offenen Augen versehen, sich auf Entdeckungsreise durch die Altstadt rund um das Stadtmuseum begeben können. Die ersten zehn richtig beantworteten Fragebögen werden natürlich prämiert. Am Stand können selbstverständlich auch Kataloge, Postkarten, Schreibblöcke u.ä.gekauft werden.

28. Februar 2008, 19.00 Uhr Stadtmuseum:
Jahreshauptversammlung

Tagesordnung

  1. Ernst Pressler: Johann Georg III. von Sachsen und Tübingen
  2. Anträge zur Tagesordnung
  3. Bericht zum Geschäftsjahr 2007 mit Aussprache
  4. Kassenbericht 2007 und Kassenprüfung mit Aussprache
  5. Ausblick auf das kommende Jahr. Diskussion und Anregungen
  6. Verschiedenes

Jud Süß

Ausstellung mit Begleitprogramm
09.11.-01.12. 2007
"Die Heimkehrertafel als Stolperstein"
Rede (PDF 12,5 KB)

Tübingen im Mittelalter

Einblicke in die Unterwelt, spannende Vorträge, Informationen vor Ort.
Die Geschichte Tübingens beginnt nicht erst mit der Universitätsgründung. Was war in Tübingen vor der Universität? Wie lebten und wirtschafteten die Tübinger im Mittelalter? Woher kam das Silber für den Tübinger Pfennig? Wer waren die Tübinger Pfalzgrafen? Diesen und weiteren Fragen wurde in verschiedenen Veranstaltungen nachgegangen:

Sonntag, 3. Juni 2007, 11 Uhr
Dr. Sören Frommer
Das Archäologische Fenster im Kornhaus.
Unter dem Kornhaus befinden sich Spuren mittelalterlicher Siedlungsreste, die der Öffentlichkeit nur selten zugänglich gemacht werden können. Der Referent entführte in eine geheimnisvolle Tübinger Kellerwelt: vermutlich wurde der Wasserkasten mit Flechtwerkwänden von den Tübinger Gerbern als Lohgrube genutzt. Das Fenster konnte während des ganzen Tages besichtigt werden.

Sonntag, 3. Juni 2007, 15 Uhr
Andrea Bachmann M.A.
Zeugnisse aus dem Mittelalter.
Eine Stadtführung durch ein Tübingen ohne Universität

Mittwoch, 6. Juni 2007, 19 Uhr
Prof. Dr. Barbara Scholkmann
Die Anfänge Tübingens.

Mittwoch, 13. Juni 2007, 19 Uhr
Prof. Dr. Sönke Lorenz
Die Pfalzgrafen von Tübingen.

Internationaler Museumstag 2006 - Spurensuche im Tübinger Kornhaus

"Museen und junge Besucher" war das Motto des Internationalen Museumstages am 21.Mai 2006. Im Stadtmuseum stand im Mittelpunkt der Veranstaltungen das Kornhaus selber. Der Verein stellte an diesem Tag seine Broschüre über das Kornhaus vor, die von Ursula Zöllner und dem Bauhistoriker Tilmann Marstaller verfasst wurde. Dazu gab es ein umfangreiches Begleitprogramm: Führungen durch das Kornhaus veranschaulichten für die erwachsenen Museumsbesucher die Baugeschichte und die Sanierung und Umgestaltung zum Stadtmuseum. Kinder konnten eine Fachwerkwand herstellen und sich in den Grundlagen der Putzmalerei des 17. Jahrhunderts üben.

Regionalmarkt 2006

Die Stuhlfabrik Schäfer stellte von 1900 bis 1973 in der Eberhardstraße in Tübingen robuste und preiswerte Stühle her, die vor allem als Wirtschafts- und Saalstühle Verwendung fanden. Durch Zufall bekam der Verein eine ganze Reihe Original Tübinger Stühle, die mittlerweile in Tübingen als Kultobjekt gelten, geschenkt und verkaufte sie mit großem Erfolg auf dem Regionalmarkt. Eine kleine Ausstellung zur Geschichte der Stuhlfabrik Schäfer und dem Siegeszug eines Sitzmöbels rundete den Verkauf ab.

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